Die Keramikkultur rund um den Traunsee entstand schon vor mehr als 350 Jahren. Die Region bot seit jeher alles, was man zur Herstellung von Keramik benötigte: Ton, Wasser, Kieselsteine, Holz und nicht zuletzt begüterte Bürger, die sich reich verzierte Keramik-Kachelöfen leisten konnten. Die Schönheit der Natur inspirierte die Künstler in der Auswahl von Farben und Formen, so dass sich sehr bald eine stark etablierte Handwerkerzunft der Hafner entwickelte.
Da man für die Kacheln der Keramiköfen zur besseren Wärmeverteilung konvexe oder konkave Formen verwendete, erzeugten die Hafner sehr bald die ersten Schalen, Schüsseln und Krüge aus Keramik. Vor mehr als 300 Jahren entstand auch unser wohl bekanntestes Dekor - das Grüngeflammte. Damals füllte man die bis heute in dieser einzigartigen Frische erhaltene grüne Farbe in das Horn eines Rindes, kappte die Spitze ab und ließ die Farbe in kreiselförmigen Bewegungen über Teller und Schüsseln laufen. Noch heute wird das Grüngeflammte auf diese Art und Weise hergestellt. Auch das 'Malhörndl' besteht aus Keramik.
Ein Stück Firmengeschichte:Im Jahr 1843 erwarb Franz Schleiß das seit etwa 1500 bestehende Hafnerhaus am Graben. Sein Sohn Leopold gründete 1903 die 'Gmundner Tonwarenfabrik' auf dem heutigen Gelände der Gmundner Keramik. Der heutige Firmenname besteht seit 1926. 1968 wurde das Unternehmen von der Familie Hohenberg übernommen, 1997 übergab diese ihre Gesellschaftsanteile an Johannes Graf von Moy.
Mit der 'Künstlerischen Werkstätte Franz und Emilie Schleiß' fand 1909 seinen Anfang, was bis heute das besondere Flair des Unternehmens ausmacht - die Liebe zur Kunst. Namen wie Peche, Jungnickel sind verbunden mit der Entstehung von zahlreichen Keramikfiguren im Jugendstil. Michael Powolny, Herta Bucher oder Mathäus Fellinger arbeiteten eng mit den Nachkommen der Familie Schleiß zusammen. Ab den 70igern konzentrierte sich die Gmundner Keramik auf die Herstellung von Gebrauchsgeschirr, worin sie bald zum Marktführer in Österreich wurde.
